Der italienische Aktienindex



Doch auch hier entfaltete die Entwicklung, die verkürzend als Globalisierung der Wirtschaft beschrieben wird, eine positive Wirkung. Das ist umso bemerkenswerter, als sowohl der Zeitungsmarkt als auch die Internet-Penetrationsrate in Japan im Unterschied zu den Wachstumsmärkten China und Indien längst die Sättigungs- schwelle erreicht haben.

Wichtige Aktien-Indizes im Schnellüberblick:


Damit bildet ein Aktienindex auch eine gesamtwirtschaftliche Entwicklung ab. Welche genau, entscheidet die Zusammensetzung des Indexes. Aktienindizes sind keine Aktien.

Damit bildet der Indexkurs deren gemeinsame Entwicklung ab. Dabei kann ein Aktienindex nach verschiedenen Kriterien zusammengestellt sein. Je nach Zusammensetzung kann ein Index zum Beispiel einen regionalen Markt oder eine Branche abbilden. Anleger können aus dem Aktienkurs eines strukturiert zusammengesetzten Aktienindexes in einem gewissen Rahmen Entwicklungen einer Branche oder Region ablesen. Dabei geht es um die Frage: Welchen Anteil hat eine Aktiengesellschaft am Index?

Die Gewichtung einer Aktiengesellschaft errechnet sich aus ihrem Börsenwert zum Einen und der Anzahl der frei handelbaren Aktien , dem sogenannten Streubesitz oder auch free float, zum Anderen. Die Gewichtung spiegelt also die Marktkapitalisierung eines Unternehmens wider. Damit aber ein Aktienindex einen möglichst aussagekräftigen Trendmesser darstellt, ist es wichtig, dass einzelne Aktien im Index nicht zu stark gewichtet sind, auch wenn die Marktkapitalisierung eine höhere Gewichtung verlangen würde.

Denn eine zu starke Gewichtung einer Aktie würde den Aktienindex verzerren. Er wäre ein ungenaueres Börsenbarometer. Neben seiner Indikatorfunktion für bestimmte Marktentwicklungen und Trends erfüllt ein Aktienindex weitere Funktionen.

Anlegern ist es damit möglich, mit dem Kauf der Fondsanteile in den entsprechenden regionalen Markt oder eine bestimmte Branche zu investieren — als Ganzes. Kauft ein Anleger Anteile an einem solchen Fonds, investiert er damit zugleich in alle Unternehmen, die in diesem Fonds stecken. Zudem dienen die Indizes auch als Qualitätsmesser der Arbeit von Fondsmanagern.

Daher spielt der Aktienindex auch für aktiv gemanagte Fonds eine wichtige Rolle. Aktiv gemanagte Fonds, das lässt bereits der Name vermuten, werden aktiv von Fondsmanagern betreut.

Der Fondsmanager stellt ein Aktienportfolio zusammen und versucht, den Markt — vertreten durch einen Referenzindex — zu übertreffen. Tatsächlich gelingt das allerdings den wenigsten Fondsmanagern auf Dauer. Wer sich für einen Indexfonds als Anlage interessiert, sollte sich im Vorfeld informieren, ob der ETF Gewinne ausschüttet oder reinvestiert. Automatisches Reinvestieren bedeutet einen zusätzlichen Zinseszins-Effekt, der sich positiv auf die erzielten Renditen auswirkt.

Ein Kursindex zeigt die Wertentwicklung ohne Dividenden und Kapitalveränderungen an, hier zählen nur die reinen Aktienkurse. Hingegen wird ein Performanceindex so berechnet, als ob ausgezahlte Dividenden in den Index reinvestiert würden. Damit spiegelt ein Performanceindex genauer als ein Kursindex die Wertentwicklung wider.

So wie der Wagen auf britischen Bauplänen aus den vierziger Jahren beruhte, gründete die indische Wirtschaft auf verstaubten Konzepten einer gemischten Staats- und Privatwirtschaft. Hinter hohen Zollmauern war die Industrie zwar geschützt gegen den Wettbewerb, aber eben auch unfähig zur Entwicklung.

Erst die Deregulierung, die Öffnung Indiens für ausländische Produkte setzte die inländische Dynamik frei. Als das Importverbot für Computer fiel, ging die indische Produktion leistungsschwacher Rechner ein, aber aus den Trümmern der Branche entstand das heute sprichwörtliche Software-Wunder.

In diesem Aufschwung bildete sich eine nach indischen Massstäben prosperierende städtische Mittelschicht, die das Muster extremen Reichtums oder extremer Armut durchbrach. Wo sich, wie in der Landwirtschaft, kaum etwas verbessert oder sogar verschlechtert, liegt dies meist daran, dass dort die staatlichen Regulierungen zäh überdauern.

Die wirtschaftliche Öffnung ist verbunden mit einer politischen Frischluftkur. Nachdem Indien während des Kalten Kriegs in einer Nische ausgeharrt hat, meldet Delhi nun selbstbewusst Ansprüche auf der internationalen Bühne an.

Globalisierung ist eben nicht nur der Austausch von Waren, sondern bedeutet auch veränderte Vorstellungen, wie die Gewichte auf dieser Welt verteilt sind. Dabei vermag niemand zu sagen, welche Folgen der Austausch der Kulturen hat. Ausgerechnet Indien, das so stolz ist auf seine jahrtausendealte Hochkultur, exportiert heute Trivialkultur — die süsslichen Musikfilme Bollywoods. Doch die Furcht, das Land werde zum Opfer eines ökonomischen wie kulturellen Neoimperialismus, erwies sich als falsch.

Indien, das in der westlichen Wahrnehmung meist noch im Schatten Chinas steht, profitierte von der Öffnungspolitik so sehr, dass sich die Inder in einem Anflug von Selbstüberschätzung bereits als Weltmacht sehen. Allein in den ersten Wochen der Finanzkrise zogen ausländische Investoren Kapital im Wert von zehn Milliarden Dollar ab, und der Börsenindex halbierte sich.

Die Wirtschaft muss sich darauf einrichten, nicht mehr mit jährlich acht, sondern nur noch mit fünf Prozent zu wachsen. Gleichwohl hat das Land die Krise bisher gar nicht so schlecht gemeistert, was nicht nur daran liegt, dass sich der staatliche Bankensektor nicht am Roulette mit faulen Krediten und riskanten Finanzprodukten beteiligt hat. Der eigentliche Grund der Widerstandsfähigkeit liegt woanders. Zwar muss auch Indien den Gürtel enger schnallen, und mancher IT-Ingenieur wird seine Stelle verlieren, doch irgendwann springt der Motor wieder an.

Der Nachholbedarf ist gewaltig, und dank den Reformen hat das Land erstmals die Möglichkeit, seine Defizite wirksam zu bekämpfen. Diese Entwicklung verläuft langsam und mit so vielen hausgemachten Rückschlägen, dass der Negativeffekt der Finanzkrise relativiert wird. So sank zwar prozentual der Anteil der Menschen, die von einem Dollar am Tag leben müssen, seit den achtziger Jahren um fast die Hälfte.

In absoluten Zahlen nimmt sich diese Leistung wegen des Bevölkerungswachstums viel bescheidener aus: Indien ähnelt auch weiterhin Sisyphos — aber einem Sisyphos, der Erfolgserlebnisse kennt. Das Land muss eben auch andere Katastrophen bewältigen. Im November versetzten pakistanische Terroristen Mumbai in den Belagerungszustand. Die Schockwellen sind noch immer zu spüren, denn sie haben gravierende Folgen für das indische Selbstbild wie die Wahrnehmung im Ausland.

Die Weltmacht in spe schrumpfte über Nacht zur Bananenrepublik, die drei Tage benötigte, um mit zehn Extremisten fertig zu werden. Doch auch hier entfaltete die Entwicklung, die verkürzend als Globalisierung der Wirtschaft beschrieben wird, eine positive Wirkung.